Hopfen und seine Wirkung auf den Körper

Hopfen (Humulus lupulus) – Heilpflanze mit hormoneller Wirkung

Hopfen Ist vom Hopfen die Rede, ist zunächst der Gedanke ans Bier nicht weit. Aber Hopfen ist viel mehr als das. Hopfen hat auch ohne Alkohol eine beruhigende und einschlaffördernde Wirkung, weswegen die Pflanze dazu prädestiniert ist, Bestandteil besänftigender Teemischungen und Medikamente zu sein. Tatsächlich ist der Hopfen jedoch auch eine seit Jahrhunderten geschätzte Heilpflanze und zudem eine der hormonell wirksamen Pflanzen, die Frauen rund um die Wechseljahre wertvolle Dienste leisten können. Was Hopfen noch so kann und wie er auf den menschlichen Körper wirkt, soll im Folgenden geklärt werden.

Mythen und Geschichten rund um den Hopfen

Der Hopfen trägt einige Beinamen, so unter anderem Feld- und Gartenhopfen oder auch Klimmauf und Mönchsriemen. Klimmauf spielt auf die Tatsache an, dass der Hopfen ein Rankgewächs ist und der Mönchsriemen deutet wohl an, dass der Hopfen eine lusthemmende Wirkung auf Männer ausüben soll. Die würzig schmeckenden Hopfenzapfen wurden schon vom römischen Gelehrten Plinius empfohlen und Jahrhunderte später gab es sogar einen Hopfenorden - gegründet im Mittelalter vom Graf von Flandern. Nicht nur er schätzte die Wirkung der namensgebenden Pflanze, die allzu heißblütige Kriegsleute getreu dem Motto „Wild durch Mild gezähmt“ in Schach halten sollte.

Auch mit Hopfen gefüllte Kissen oder Säckchen, die neben das Kopfkissen gelegt wurden, schickten vom einfachen Diener bis hin zum König so manchen in den erholsamen Schlaf. In der Volksheilkunde dienten Teezubereitungen mit Hopfen und anderen beruhigenden Kräutern als klassische Einschlafhilfe. Zudem wurde die Pflanze angewandt, wenn Wunden oder entzündliche Hautveränderungen behandelt werden sollten und auch neuralgisch bedingte Schmerzen sprachen gut auf eine Hopfenbehandlung an. In Sachen Liebe setzte man aufgrund der östrogenhaltigen Wirkung auf den Hopfen, wenn die männliche Lust gedämpft werden sollte. Ganz anders bei Frauen, deren Lust und Menstruationsfluss von Hopfen und seiner Wirkung eher angeregt werden soll.

Hormonelle Wirkung von Hopfen auf den Mensch

Hopfen enthält sogenannte Phytoöstrogene, die dem weiblichen Hormon Östrogen sehr ähneln und daher offenbar eine entsprechende Wirkung erzielen. Auf all Fälle sind diese Phytoöstrogene in der Lage, sich an Östrogenrezeptoren zu binden.

Bei Männern kann die dauerhafte Einnahme über Bier daher angeblich den Brustansatz verstärken und die Lust hemmen. Auch wenn die Wirkung nicht wissenschaftlich belegt ist, liegt sie doch in der Theorie recht nahe. Die Zunahme des Bauchumfangs und der Brüste bei Biertrinkern wird jedoch laut Wissenschaft vielmehr auf die appetitanregende Wirkung und damit eine generelle Gewichtszunahme zurückgeführt.

Bei Frauen gab es Untersuchungen, ob die östrogene Wirkung von Hopfen das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, verringert. Wissenschaftler der Universität von Illinois in Chicago kamen zu dem Schluss, dass Hopfen dazu in der Lage ist und eine Anti-Krebs-Wirkung haben könnte. Zudem soll Hopfen bei Frauen Wechseljahrbeschwerden reduzieren. Richtig nachgewiesen sind diese Erkenntnisse jedoch nicht und es besteht weiterhin enormer Forschungsbedarf.

Hopfen in der alternativen Frauenheilkunde

In der Frauenheilkunde der Alternativmedizin ist der Hopfen aufgrund der östrogenartigen Wirkung eine feste Größe, die vor allem rund um die Wechseljahre geschätzt wird, wenn der Östrogenspiegel sinkt. Auch die mit den Wechseljahren einhergehenden seelischen Unruhezustände sprechen angeblich gut auf eine Hopfentherapie an.

Zugeschriebene Heilwirkung von Hopfen

Für die medizinische Verwendung interessant sind die Hopfenzapfen, die unter anderem ätherische Öle, Bitterstoffe (u.a. Humulon und Lupolon), Gerbstoffe, Flavonoide und Harze enthalten, so dass ihnen folgende Wirkungen auf die Gesundheit nachgesagt werden:

  • Äußerlich angewandt: antibakteriell, beruhigend, entzündungshemmend, pilzwidrig, wundheilend
  • Innerlich angewandt: appetitanregend, beruhigend, blutreinigend, entspannend, harntreibend, hormonregulierend, krampflösend, krebswidrig, lustanregend (bei Frauen), lustdämpfend (bei Männern), menstruationsfördernd, verdauungsfördernd

Verwendung und Anwendung von Hopfen

Wie so oft gilt, dass die volksheilkundliche Verwendung des Hopfens weiterhin seine Berechtigung hat und so sorgt ein einfacher Teeaufguss aus Hopfen für einen erholsamen Schlaf und beruhigt flatternde Nerven. Hierfür werden einfach bis zu 2 Teelöffel der Zapfen mit 250 ml kochendem Wasser überbrüht, für 10 Minuten ziehen gelassen, anschließend abgeseiht und nach Belieben gesüßt. Wer mag, kann das Ganze auch mit Milch zubereiten – allerdings wird die Milch nur erwärmt und nicht aufgekocht.

Auch das Hopfenkissen sorgt für süße Träume, da den getrockneten Hopfenzapfen beruhigende und schlaffördernde Aromastoffe entströmen. Für das Hopfenkissen benötigt man ein Kissenbezug mit Reißverschluss und dazu je nach Kissengröße 1-2 Hände voll getrockneter Hopfenzapfen sowie andere getrocknete Kräuter als Füllung wie Lavendel, Melisse oder das, was persönlich als beruhigend und wohlriechend empfunden wird. Die Kissenfüllung sollte dann immer einmal pro Monat gewechselt werden.

Die Wirkung von Hopfen im Bereich der Kosmetik

Ein Badezusatz mit Hopfen wirkt entspannend und beruhigend. Doch auch in der Haarpflege leistet die Pflanze gute Dienste und hier muss es keine mit Hopfen angereicherte Haarkur sein, ein einfaches Bier tut es auch. Lohnenswert ist allerdings der Griff zum Bier aus der Bio-Brauerei, da hier eher auf frischen Hopfen gesetzt wird, der hormonwirksamer ist als die sonst verwendeten Trockenpellets. Gut gehopftes Bier ist, wie schon die Oma wusste, nicht nur ein hervorragender Haarfestiger, die östrogenartige Wirkung des Gebräus sorgt auch dafür, dass die Haare gesund und kräftig nachwachsen. Also einfach nach der Haarwäsche ein wenig Bier ins handtuchtrockenene Haar geben und die Haare hinterher wie gewohnt föhnen oder an der Luft trocknen lassen. Und keine Angst, der Biergeruch verfliegt schon bald.

Hopfen in der Küche

Was die alten Griechen und Römer praktizierten, wird nun zum Teil wiederentdeckt. Denn Hopfen taugt nicht nur zum Bierbrauen. Die im Frühjahr austreibenden zarten Hopfensprösslinge können in Wasser gegart und anschließend wie Spargel zubereitet werden.

Medikamente und Präparate mit Hopfen als Wirkstoff

Hopfen ist Bestandteil verschiedener Medikamente, die beruhigend und stärkend auf die Nerven wirken. Auch Badezusätze mit Hopfen sind erhältlich. Selbst homöopathische Zubereitungen wie die Urtinktur und das ätherische Öl gibt es auf Hopfenbasis.

Eigener Anbau und Ernte von Hopfen

Der bis zu 7 Meter aufragende Hopfen fällt in der Natur auf, da das rankende, lianenartige Gewächs mit den grünen Hopfenzapfen kaum zu übersehen ist. Hierzulande ist die Pflanze außerhalb der Anbaugebiete vor allem in flussnahen Regionen oder in Naturschutzgebieten und überall da zu finden, wo es feucht ist und das Gewächs die Gelegenheit erhält, an Bäumen, Zäunen oder ähnlichem hochzuklettern.

Wer einen großen Balkon und entsprechende Rankvorrichtungen verfügt, kann die Pflanze sogar auf dem Balkon züchten. Hopfen bevorzugt ein gemäßigtes Klima und einen nährstoffreichen und sandigen Boden. Vorsicht jedoch vor zu viel Nässe, hier droht Pilzbefall.

Wichtig zu wissen: Die begehrten Hopfenzapfen sind nur an der weiblichen Pflanze zu finden und die Erntezeit beginnt ab dem Spätsommer. Die grünen Hopfenzapfen müssen nach der Ernte gut durchtrocknen – beispielsweise auf Handtüchern, die über einen Backrost gelegt werden – und können anschließend luftdicht verschlossen aufbewahrt werden, um die flüchtigen Inhaltsstoffe zu schützen.

Gefahrenhinweise und Vorsichtsmaßnahmen im Zusammenhang mit Hopfen

Hopfen ist in getrocknetem Zustand oder in den bekannten Darreichungsformen (wie beispielsweise im Bier) allgemein sehr gut verträglich. Beim Ernten kann der direkte Hautkontakt jedoch zu einem Kontaktekzem sowie zu Kopfschmerzen oder Schläfrigkeit führen. Zudem wurde über die „Hopfenpflückerkrankheit“ berichtet, der zufolge die Hopfenpflückerinnen unter Zwischenblutungen oder einer zu früh einsetzenden Regelblutung litten, was als Indiz für die hormonelle Wirksamkeit des Hopfens gewertet wurde. Die Dosierung des Hopfens sollte mit Bedacht erfolgen und regelmäßige Pausen beinhalten, in denen überprüft wird, ob die Hopfentherapie bereits Erfolge trägt. Ein Zuviel der Pflanze kann zu den Beschwerden führen, die mit einem erhöhten Östrogenspiegel einhergehen, wozu beispielsweise Symptome des Prämenstruellen Syndroms gehören.

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