Die gesundheitliche Wirkung von Kardamom

Kardamom (Elettaria cardamomum) – bringt nicht nur den Magen auf Trab

Kardamom Vor allem in der Vorweihnachtszeit rückt das Gewürz Kardamom in den Fokus, ist es doch untrennbar mit Weihnachtsplätzchen, Lebkuchen oder Glühwein verbunden. Auch der typisch arabische Kaffee mit den Grünen Bohnen wird mit Kardamom zubereitet und soll diesen für den Magen bekömmlicher machen. Noch immer zählt der zu den Ingwergewächsen gehörende Kardamom zu den wertvollsten Gewürzen der Welt. Und wertvoll ist das relativ teure Gewürz auch hinsichtlich der zugeschriebenen Heilwirkung auf den menschlichen Körper, wie aktuelle Studien zeigen.

Überlieferte Wirkung von Kardamom

Schon in den antiken Aufzeichnungen von Dioskurides im 1. Jahrhundert n. Chr. wurde der Kardamom erstmals heilkundlich erwähnt. Und in Indien, der Heimat des Kardamoms, gehört das Gewächs seit jeher in die ayurvedische Medizin und die Anwendungsgebiete sind breit gefächert, genau wie die zugeschriebene Wirkung auf die Gesundheit. Das Gewürz gilt nicht nur als allgemein stärkend und anregend, sondern hilft auch bei Infekten und Atemwegserkrankungen. Zudem sagt man dem Kardamom das nach, was für viele der so genannten Weihnachtsgewürze gilt: Sie sollen stimmungsaufhellend wirken und die Psyche stärken – und für den Verzehr der Weihnachtsplätzchen gilt das natürlich besonders dann, wenn sie ohne Reue genossen werden. Die Volksheilkunde kennt noch eine Anwendung für Kardamomsamen, denn sie sollen – so man darauf kaut – für frischen Atem sorgen und, auch das ist ein alter Volksglaube, der Lust im Bett auf die Sprünge helfen.

Zugeschriebene Heilwirkung

Für die medizinische Verwendung interessant ist der Samen des Kardamom, der unter anderem ätherische Öle, Schleimstoffe, Harze sowie eine Kombination verschiedener weiterer Wirkstoffe enthält, so dass ihm folgende Wirkungen nachgesagt werden:

  • Äußerlich angewandt: antiviral, durchblutungsfördernd, entzündungshemmend, krampflösend
  • Innerlich angewandt: anregend, antibakteriell, antioxidativ, antiviral, appetitanregend, auswurffördernd, beruhigend, blutdrucksenkend, cholesterinsenkend, durchblutungsfördernd, entblähend, enzündungshemmend, immunstimulierend, konstitutionsstärkend, krampflösend, magenberuhigend, nervenstärkend, schleimlösend, stimmungsaufhellend, verdauungsfördernd, übelkeitslindernd

Die Wirkung von Kardamom bei Karies

Kaut man Kardamom, verbessert sich nicht nur der Atem, sondern offenbar auch die Mundflora. Mikroorganismen, die Karies verursachen werden durch Kardamom gehemmt und können so weniger Schaden anrichten.

Wirkung von Kardamom laut TCM

Die Traditionelle Chinesische Medizin hat oftmals einen ganz anderen Blick auf die Krankheiten des Menschen und die Wirkung bestimmter Nahrungsmittel. Dennoch gibt es immer wieder Überschneidungen und Übereinstimmungen mit der Sicht der westlichen Schulmedizin, wie beispielsweise beim Kardamom. Laut TCM hat Kardamom eine Wirkung auf die Milz und kann daher bei Appetitlosigkeit, Magenschmerzen, Blähungen, Durchfall oder einer allgemeinen Verdauungsschwäche eingesetzt werden. Kardamom wärmt den Körper und ist daher besonders in der kalten Jahreszeit bei Personen, die unter kalten Extremitäten und Frösteln leiden, eine ausgezeichnete Hilfe. Mittels Kardamom kann laut der TCM auch der Kreislauf angeregt und die Durchblutung gefördert werden.

Die TCM empfiehlt unter anderem den Teeaufguss von drei Tassen pro Tag, bei dem man für eine Tasse Kardamomtee dann etwa einen Teelöffel Kardamom für 10 Minuten ziehen lässt. Als Vorsichtsmaßnahme gibt die TCM mit auf den Weg, dass die Wirkung von Kardamom unter Umständen Gallensteinkoliken auslösen kann.

Verwendung und Anwendung von Kardamom

Was in der Volksheilkunde galt und in der ayurvedischen sowie der Traditionellen Chinesischen Medizin mit Erfolg angewandt wird, kann guten Gewissens ausprobiert werden. Für die innere Anwendung lässt sich die Wirkung des Kardamoms am besten kulinarisch nutzen und hier muss es nicht einmal die aufwendige Variante sein. Kaffee, Tee oder im Winter auch der Glühwein, erhalten beispielsweise eine besondere Note, wenn man eine geriebene (oder zur Not auch leicht zwischen Daumen und Zeigefinger angequetschte) Kardamomkapsel in die Tasse gibt. Beim Trinken sollte man dann natürlich aufpassen, dass die Kapsel in der Tasse verbleibt und nicht versehentlich gleich hinuntergeschluckt wird. Wer mag, gibt noch eine winzige Prise Zimt hinzu und erhält so ein leckeres Getränk, welches nicht nur an kalten Tagen ordentlich durchwärmt.

Bei Erkältungen, Verdauungsproblemen oder nervös bedingten Beschwerden helfen auch ein einfacher Aufguss oder ein Rezept aus Großmutters Hausapotheke. Ein einfacher Teeaufguss mit Kardamom lässt sich wie folgt zubereiten: 1TL der Kardamomkapseln (ca.4-5 Stck.) leicht anmörsern (alternativ zwischen zwei Löffeln oder Daumen und Zeigefinger leicht andrücken) und in eine Tasse geben. Man kann natürlich auch den zu Pulver geriebenen Kardamom verwenden. Dann nimmt man allerdings einen losen bzw. leeren Teebeutel und füllt etwa einen Teelöffel geriebenen Kardamom hinein. Anschließend wird der Kardamom mit 250 ml kochendem Wasser überbrüht und 10 Minuten ziehen gelassen. Wer mag, gibt nun noch 1 EL Schwarztee nach Wahl hinzu und lässt die Teemischung noch einmal für 3-5 Minuten ziehen, ansonsten den Kardamomtee nach 10 Minuten abseihen, nach Belieben süßen und warm trinken.

Wem es um die verdauungsregulierende Wirkung des Kardamomtees geht, der kann gleich noch ein paar zum Beschwerdebild passende Kräuter wie Fenchel, Anis oder auch Melisse hinzugeben. Auch ein Schlummertrunk lässt sich mit Kardamom gut zubereiten. Hierfür einfach 1TL der Kardamomkapseln mit 250 ml Milch kurz aufkochen, 5-10 Minuten ziehen lassen, mit ein wenig Honig nach Geschmack süßen und vor dem Zubettgehen trinken.

Für die äußerliche Anwendung im Rahmen einer entspannenden Massage oder für ein Vollbad empfiehlt sich das ätherische Öl, welches allerdings so hochkonzentriert ist, dass nur der verdünnte Gebrauch ratsam ist. Also je 5 ml von einem neutralen Trägeröl wie beispielsweise Mandel-, Oliven- oder Jojobaöl mit bis zu 5 Tropfen des ätherischen Kardamomöls hinzufügen.

Kardamom in der Küche

Aus asiatischen Speisen wie einem würzigen Curry ist das Gewürz ebenso wenig wegzudenken wie aus der einheimischen Weihnachtsbäckerei. Und wer Kardamom in die heimische Küche integrieren möchte, wird besonders in den Rezepten der indischen Küche fündig. Hervorragend harmoniert das Gewürz mit Ingwer, Kreuzkümmel oder Pfeffer, die ihrerseits ebenfalls zu den wahrhaft gesunden Gewürzen zählen. Soll der Kardamom auch medizinisch und nicht nur als reiner Geschmacksgeber genutzt werden, sind die Kardamomkapseln dem im Handel erhältlichen gemahlenen Pulver vorzuziehen, weil die wertvollen ätherischen Öle sehr flüchtig sind. Zudem gilt, dass sich das Gewürz geschmacklich am besten entfaltet, wenn ihm eine lange Garzeit gegönnt wird. Im Gegensatz zu vielen anderen Kräutern und Gewürzen kann der Kardamom daher recht früh zum Gericht gegeben werden. Besonders pikant schmeckt das Gewürz übrigens, wenn es zuvor kurz in der Pfanne angeröstet wird.

Fertige Präparate mit Kardamom

Kardamom ist nicht nur Bestandteil verschiedener Würzmischungen, sondern auch in Tees oder in homöopathischer Zubereitung erhältlich.

Kardamom selbst anbauen und ernten

Kardamom stammt aus exotischen Gefilden, weswegen der Anbau hierzulande idealerweise im Gewächshaus erfolgt. Wenn jedoch eine Temperatur von mindestens 18-20 °C sowie fruchtbarer Boden gegeben sind, gedeiht der Kardamom recht unproblematisch, so ihm genug Platz zugestanden wird. Die Blätter der schilfartigen Pflanze erreichen nämlich im Extremfall eine Höhe von bis zu drei Metern - im Normalfall ist jedoch immer noch mit stattlichen anderthalb bis zwei Metern zu rechnen. An die Ernte geht es, sobald sich aus den Blüten die kleinen grünen Samenkapseln gebildet haben.

Gefahrenhinweise und Vorsichtsmaßnahmen zu Kardamom

Kardamom ist allgemein gut verträglich und hat allgemein eine positive Wirkung auf die Gesundheit. Unverträglichkeitsreaktionen sind bislang eher nicht bekannt und dann betrifft dies vielmehr eine Hautunverträglichkeit bei äußerlicher Anwendung. Wie bei allem sollte man nichts übertreiben und sich ohnehin ausgewogen ernähren.

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