Kümmel und seine Wirkung auf die Gesundheit

Kümmel (Carum carvi) – ein unterschätztes Gewürz

Kümmel Es gibt jahrtausendealte Gewürzpflanzen, die seit jeher in aller Munde sind - und zwar vorrangig deshalb, da sie bei allerlei Gerichten für die richtige Würze sorgen und aus vielen Rezepten einfach nicht mehr wegzudenken sind. Manchmal jedoch erschließt sich erst wesentlich später, dass das wohlschmeckende Gewürz nicht nur die Mahlzeit bekömmlicher macht, sondern noch ganz andere Qualitäten hat. Und so rückte der Kümmel in letzter Zeit verstärkt ins Licht verschiedener Forschungen, die nahelegen, dass das Gewürz in jede Kräuterapotheke gehört, da es auf die Gesundheit eine entsprechend positive Wirkung hat.

Mythen und Geschichten rund um den Kümmel

Kümmel, der auch als Brot-, Feld- oder Wiesenkümmel bezeichnet wird, gehört zu den ältesten Gewürzen der Welt und man fand ihn, ebenso wie den Koriander, in den Grabkammern der Pharaonen in Ägypten. Schon in den alten Kulturen wussten Heilkundige um die positive Wirkung, die das Gewürz auf die Verdauung ausübt. Vor allem in Indien war die Würz- und Heilpflanze hoch geschätzt und Kaufleuten ist es zu verdanken, dass das Gewürz die Reise von dort aus über die Ozeane schaffte.

Hildegard von Bingen empfahl den Kümmel sogar bei Herzbeschwerden – vermutet wird allerdings, dass sie sich hierbei auf die Blähungen bezieht, die bisweilen den Bauchraum so aufblähen, dass im Inneren schlichtweg der Platz eng wird und das nach oben drückende Zwerchfell zu Herzschmerzen führt. In der Volksheilkunde gilt Kümmel natürlich als das Gewürz, das Magen und Darm guttut und nur wenige Verdauungsschnäpse haben wohl so sehr eine Berechtigung, wie der Kümmelschnaps.

Wirkungen und zugeschriebene Heilwirkungen von Kümmel

Tatsächlich wirkt das Gewürz nicht nur entblähend, sondern lindert auch die mitunter schmerzhaften und unangenehmen Gärungsprozesse im Verdauungstrakt. Auch bei Infekten und krampfartigen Beschwerden der oberen Luftwege wird bereits lange Zeit zum Kümmel gegriffen, der beruhigt und entkrampft. Und nebenbei sorgt das Gewürz auch für frischen Atem, nämlich bei denen, die auf einer getrockneten Kümmelfrucht kauen.

Für die medizinische Verwendung interessant sind die Früchte und Samen, die unter anderem ätherische Öle, Eiweiße, Flavonoide, Gerbstoffe, Harze, Kaffeesäure, Kumarine, sowie verschiedene Wirkstoffe enthalten, woraus sich die folgenden Heilwirkungen ableiten:

  • Äußerlich angewandt: antibakteriell, durchblutungsfördernd, keimwidrig, pilzwidrig
  • Innerlich angewandt: antibakteriell, antioxidativ, appetitanregend, beruhigend, blutfettsenkend, blutreinigend, entblähend, entgiftend, harntreibend, keimwidrig, krampflösend, milchbildend, schleimhautschützend, verdauungesfördernd

In der Frauenheilkunde ist Kümmel das Mittel der Wahl, wenn die Milchbildung stillender Frauen angeregt werden soll. In Verbindung mit anderen, die Milchbildung anregenden Kräutern und Gewürzen lässt sich die Wirkung verstärken. Und im Rahmen kleinerer Studien scheint sich zudem herauszukristallisieren, dass Kreuzkümmel (Cuminum cyminum) ein hochwirksames Phytoöstrogen ist, das den Verlust der Knochensubstanz zumindest aufhalten könnte – so zumindest die Vermutung indischer Forscher.

Weitere Untersuchungen im kleinen Rahmen lassen vermuten, dass ebendieser Kreuzkümmel möglicherweise auch zu hohe Blutzucker- und Blutfettwerte harmonisieren könnte, hierüber wurde sogar ein Artikel im British Journal of Nutrition veröffentlicht. Groß angelegte klinische Studien hierzu liegen allerdings nicht vor.

Die Wirkung und Anwendung von Kümmel in der TCM

Laut der Traditionellen Chinesischen Medizin wird Kümmel (Carum carvi) bei Verdauungsschwäche, Blähungen, Bauchkrämpfen, Mundgeruch, Bronchitis, Atemnot, Husten, bei schwacher und schmerzhafter Menstruationsblutung, aber auch bei Süchten und Hypochondrie und sowie vielen weiteren Beschwerden eingesetzt. Die TCM schreibt dem Kümmel eine wärmende Wirkung auf den Organismus zu, wodurch er sich besonders bei Krankheiten, die mit einer Schwäche des Milz-Yang oder des Nieren-Yang einhergehen, eignet.

Die TCM verwendet bei Kümmel in der Regel einen Aufguss. Hierbei wird beispielsweise ein Teelöffel Kümmel mit heißem Wasser übergossen und für 10 Minuten ziehen gelassen. Für eine Kur trinkt man dann täglich drei Tassen des Kümmeltees.

Anwendung und Verwendung von Kümmel

Die alten, in der Volksheilkunde beschriebenen Anwendungsgebiete, besitzen nach wie vor Gültigkeit und wer den Kümmel nicht nur des Geschmacks, sondern auch der Gesundheit zuliebe anwenden möchte, schaut am besten nach Rezepten, die auf Kümmel setzen. Empfehlenswert hierbei ist allerdings eher die Verwendung der frisch zerstoßenen Früchte oder Samen, die dem handelsüblichen Kümmelpulver vorzuziehen sind.

Neben dem Kümmelschnaps ist der Kümmeltee der Verdauungshelfer schlechthin. Für einen einfachen Teeaufguss 1-2 Teelöffel der angemörserten Samen oder frisch zerstoßenen Früchte nehmen, mit 250 ml kochendem Wasser überbrühen, das Ganze 10 Minuten ziehen lassen, abseihen und noch warm trinken. Wer auf den entblähenden Teeklassiker setzt, gibt dem Kümmel noch jeweils einen Teelöffel Anis und Fenchel bei, die zuvor ebenfalls angemörsert wurden. Abgesehen davon, dass Kümmeltee Blähungen den Garaus macht, profitiert auch der Darm von regelmäßigem Kümmelgenuss, da das Gewürz schleimhautschützend wirkt und so und hilft dabei, die Darmflora zu sanieren.

Für die äußerliche Anwendung, beispielsweise bei krampfartigen Darmkoliken, eignet sich eine sanft im Uhrzeigersinn kreisende Massage der Bauchregion mit ätherischem Kümmelöl. Abhängig von den Angaben des Herstellers kann es jedoch sinnvoller sein, das ätherische Öl mit einem anderen Hautöl – beispielsweise Mandel-, Jojoba- oder Olivenöl - zu verdünnen, um die Haut nicht übermäßig zu reizen.

Kümmel der Küche

Wer Kümmel nicht wie in der Hausmannskost üblich zu Fleischgerichten oder in den Kohleintopf und zum Sauerkraut geben möchte, kann sich von Rezepten der mexikanischen, der lateinamerikanischen und natürlich der indischen Küche inspirieren lassen. Generell gilt, dass mit Kümmel nach Lust und Laune experimentiert werden kann, da seine Vielseitigkeit bei der Verwendung beinahe keine Grenzen setzt und ob nur die Samen oder gleich die ganze Frucht verwendet werden, bleibt jedem selbst überlassen – eine einfache Kostprobe wird zeigen, welche Variante die individuell stimmige ist. Wer sich bei den Mahlzeiten vor der körnigen Kümmeleinlage, die bisweilen zwischen den Zähnen hängenbleibt, schützen möchte, gibt den Kümmel während des Garens einfach in ein kochfestes Kräutersäckchen, das anschließend entfernt wird.

Präparate aus dem Handel mit Kümmel

Kümmel ist Bestandteil verschiedener Teemischungen oder Medikamente, die den Magen-Darm-Trakt beruhigen sollen. Auch homöopathische Zubereitungsformen wie die Urtinktur sowie ätherisches Kümmelöl sind erhältlich. Zudem ist Kümmel gelegentlich in Zahnpasten oder Mundwässern zu finden.

Eigener Anbau und Ernte von Kümmel

Die zweijährige Pflanze, die unter guten Bedingungen bis zu einem Meter und höher werden kann, liebt es warm und sonnig und obwohl sie feuchte Erde bevorzugt, zeigt sie sich doch sehr empfindlich gegenüber Staunässe. Wer Kümmel aus den Früchten oder Samen selbst züchten möchte, achtet darauf, dass es sich hierbei um Lichtkeimer handelt. Erntezeit ist ab dem zweiten Jahr im Sommer, der richtige Zeitpunkt ist aufgrund der charakteristischen, bräunlich aussehenden Früchte zu erkennen. Geerntet wird, indem die Samenbestände abgeschnitten und kopfüber zum Trocknen an ein luftiges, aber dunkles Plätzchen gehangen werden. Sind die Früchte, in deren Inneren sich der Samen verbirgt, getrocknet, reibt oder dreht man sie vorsichtig von den Stängeln ab und bewahrt sie in dafür geeigneten aromageschützten Sammelgefäßen auf.

Gefahrenhinweise und Vorsichtsmaßnahmen zu Kümmel

Kümmel hat eine positive Wirkung auf die Gesundheit und ist allgemein sehr gut verträglich. Allerdings ist es ratsam, den Genuss nicht zu übertreiben. Als tägliche Höchstdosis für den Verzehr gelten 6g der Früchte. Das ätherische Kümmelöl kann bei empfindlicher Haut zu Reizungen führen.

Die TCM warnt davor, dass höhere Dosen des ätherischen Öls im Kümmelschnaps auf Dauer die Leber und Nieren schädigen können.

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