Tipps zur Work-Life-Balance - Burnout vorbeugen

Beruf, Familie und Privatleben richtig vereinen

Mann mit Burnout Wer vor einiger Zeit die englischen Begriffe wie Work-Life-Balance oder Burnout in den Mund nahm, wurde oftmals belächelt. Mal davon abgesehen, dass diese Anglizismen relativ abstrakt klingen, galt und gilt es zum Teil heute noch als besonders fleißig, rund um die Uhr schwer beschäftigt zu sein. Wer seinen Terminplan nicht pünktlich abarbeiten konnte, erzeugte halt noch etwas mehr Stress und trieb sich damit zu weiteren Höchstleistungen an. Mittlerweile hat sich dieses Verhalten zum Glück weitestgehend geändert, ein Aspekt, der vielleicht auch Prominenten zu verdanken ist, die ihren Burnout offen thematisieren und somit die Öffentlichkeit für dieses Thema sensibilisieren.

Was versteht man unter Work-Life-Balance und Burnout?

Fakt ist: Ebenso wenig, wie menschliche Arbeit gänzlich durch Maschinen ersetzt werden kann, ist der Mensch eine Maschine, die rund um die Uhr funktioniert. Die sogenannte Work-Life-Balance ist nur ein anderer Ausdruck dafür, dass alle Lebensbereiche (Beruf, Familie, Freizeit und Privatleben) in Balance sein müssen, damit es nicht zum Burnout, dem totalen Ausgebranntsein kommt. Alle Bereiche des Lebens brauchen genügend Raum, damit einseitige Belastungen und eine ständige Überforderung (z.B. im Beruf) keine gesundheitlichen Folgen haben.

Das sogenannte Burnout-Syndrom umfasst nicht nur eine vorübergehende geistige und körperliche Erschöpfung mit einer verminderten Leistungsfähigkeit. Bevor es zum richtigen Ausgebranntsein mit deutlichem Krankheitsbild kommt, überfordert sich der Betroffene meist schon eine sehr lange Zeit. Perfektionismus und eine stark leistungsbetonte Einstellung tragen maßgeblich zum Burnout bei. Leidet man aufgrund der beruflichen oder familiären Überlastung an Burnout, wird man unter Umständen sogar vom eigenen Körper dazu gezwungen kürzer zu treten. Im fortschreitenden Stadium plagen den Patienten verschiedene Ängste, eine allgemeine Depression mit Gefühlen wie Hoffnungslosigkeit, Gleichgültigkeit oder dem Gefühl der innere Leere. Ganz am Ende können sogar Selbstmordgedanken auftreten, die natürlich unbedingt behandlungsbedürftig sind. In der Regel wird unter therapeutischer Aufsicht eine komplette längere Auszeit empfohlen, damit sich Körper und Geist wieder regenerieren können. Weitere Maßnahmen sind u.a. entsprechende Beratungsgespräche, Entspannungsübungen oder eine begleitende Psychotherapie.

Damit es gar nicht erst soweit kommt, muss die Balance zwischen Beruf und Freizeit im Gleichgewicht sein. Denn nur wer von Anfang an darauf achtet, sich nicht permanent zu überfordern, kann einem Burnout effektiv vorbeugen. Nachfolgend erhalten Sie ein paar Tipps, um die richtige Work-Life-Balance zu finden.

Zeitmanagement - Das Zeitkonto sinnvoll verwalten

Ein Tag hat 24 Stunden und die Stunde 60 Minuten - egal, wie man es auch dreht und wendet. Wer sich diesbezüglich selbst etwas vormacht, erweist sich einen Bärendienst. Die Zeitplanung muss realistisch sein, gleiches gilt für die Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit. Damit das Zeitkonto klug verwaltet werden kann, gehört jeder Zeiträuber in regelmäßigen Abständen auf den Prüfstand. Was bleibt auf dem Plan? Was kann oder muss gestrichen werden? Und das Wichtigste: Planen Sie bei einem vollen Terminkalender auch ihre Freizeit fest ein. Die meisten Manager kommen zwar zu jedem Kundentermin überpünktlich, vernachlässigen aber ausgemachte Treffen mit Freunden oder Verabredungen zu sportlichen Aktivitäten. Mit festen Freizeitterminen zwingt man sich zum Ausgleich. Im Grunde geht es hierbei nur darum, sich selbst - im Sinne einer gesunden Work-Life-Balance - zu disziplinieren. Aber selbstverständlich darf in diesem Zusammenhang die Freizeitplanung kein weiterer Stressfaktor sein, wenn man einem Burnout effektiv vorbeugen möchte.

Auf eine Sache konzentrieren

Stress entsteht unter anderem, wenn man sich auf mehrere Sachen gleichzeitig konzentriert, mehrere Dinge anfängt, aber nichts richtig abschließt. Sinnvoller ist es, sich auf die aktuelle Tätigkeit voll und ganz zu konzentrieren. Erledigen Sie eine Sache nach der anderen und Sie werden sehen, wie Sie ruhiger und gelassener werden. Zudem haben Sie das Gefühl, mehr erreicht zu haben. Denn ungelöste Probleme werden immer wieder für Unzufriedenheit sorgen. Versteifen Sie sich aber nicht zu sehr auf eine einzelne schwierige Aufgabe. Wenn Sie nicht weiterkommen, erledigen Sie zunächst die einfachen Dinge. Dies wird Ihr Selbstwertgefühl entsprechend steigern und Sie zu weiteren Taten motivieren.

Dem Burnout mit realistischen Zielen vorbeugen

Wer seine Ziele zu hoch steckt und an einem Tag zu viel erreichen will, ist der beste Kandidat für einen baldigen Burnout. Vorbeugen können Sie, indem Sie Ihre Aufgaben realistisch planen. Kalkulieren Sie bei allen Vorhaben Verzögerungen und Probleme mit ein. Auf diese Weise haben Sie eine kürzere Aufgabenliste, die Sie dann aber bis zum Ende des Tages auch abgearbeitet haben. Vielleicht erreichen Sie mit dieser Methode insgesamt weniger. Dafür werden Sie aber nach Feierabend zufriedener und entspannter sein.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen?

Wer sich einen Überblick darüber verschafft hat, wohin die Zeit verschwindet, sollte zugleich auf die Ausgewogenheit der verschiedenen Lebensbereiche achten. Sicher gibt es Phasen, in denen die Arbeit im Vordergrund steht. Doch muss sich das Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit langfristig in einer gesunden Balance befinden. Das gelingt, indem man bewusste Freiräume einplant und im Job - wenn nötig - delegiert. Dass das Arbeitspensum in den eigenen vier Wänden fair aufgeteilt werden sollte, versteht sich von selbst. Drehen sich die Gedanken auch in der Freizeit nur um den Job, dann ist es ratsam, sich darüber Gedanken zu machen, ob man im Berufsleben vielleicht überfordert wird oder sich selbst zu viel zumutet. Konzentrieren Sie sich also auch in der Freizeit auf eine Sache. Wenn Sie ein Buch lesen, dann widmen Sie sich voll und ganz dem Inhalt. An die Arbeit können Sie wieder denken, wenn Sie im Büro sind.

Den Luxus der Unerreichbarkeit genießen

Moderne Kommunikationsmittel sind Fluch und Segen zugleich. Natürlich ist es wunderbar, zeitnah miteinander kommunizieren zu können. Es kann aber - besonders im Hinblick auf die richtige Work-Life-Balance - zum Problem werden, wenn man immer und überall erreichbar ist. Das führt unter anderem dazu, dass berufliche Themen sogar den Feierabend, das Wochenende oder den Urlaub belasten, weil Chef, Kollegen oder Kunden auch außerhalb der Bürozeiten Rückfragen haben. Tatsächlich sollte es eher die Ausnahme als die Regel sein, dass man 24 Stunden am Tag erreichbar ist, denn dieser seelische Bereitschaftsdienst laugt auf Dauer einfach aus.

Therapeutische Hilfe bei Burnout rechtzeitig einholen

Schleicht sich trotz aller Aufmerksamkeit ein Gefühl des Ausgebranntseins ein? Dann ist es an der Zeit, sich Hilfe zu holen, um vorbeugen zu können. Wer sich hier zu immer weiteren Höchstleistungen antreibt und Körper und Geist zum permanenten Funktionieren zwingt, manövriert sich unweigerlich in eine Sackgasse, die meist nur mit therapeutischer Hilfe verlassen werden kann.

Weitere Ratschläge finden Sie übrigens auf unserer Seite: Tipps gegen Burnout

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