Unterschiede der Bio-Siegel und deren Bedeutung

Nachilfe in Bio - Bio-Siegel im Vergleich

Bio-Siegel Bio liegt im Trend und verleiht einem zudem das angenehme Gefühl, bewusst und gesund einzukaufen. Und das ist gut fürs Gewissen, was wiederum die Kauflust steigert. Zudem ist die Auswahl mittlerweile so reichhaltig, dass man auf nichts verzichten muss: Ob Nudeln, Frühstücksflocken, Brotaufstriche oder Naschereien - nahezu alles wird heute in Bio-Qualität angeboten. Das Beste ist jedoch, dass Bio-Produkte mittlerweile selbst in normalen Supermärkten erhältlich sind und das oft sogar zu einem Preis, der nur unwesentlich höher ist als der konventionell erzeugter Lebensmittel. Genau das ist jedoch der Punkt, der bewusste Konsumenten stutzig machen könnte. Immer neue Bio-Embleme sprießen wie Pilze aus dem Boden - doch sind sie wirklich alle gleichwertig oder ist immer Bio drin, wenn Bio draufsteht? Wir erklären die Unterschiede der verschiedenen Bio-Siegel.

Staatliches Bio-Siegel

Tatsächlich ist Bio nicht gleich Bio. Gemäß der EG-Öko-Verordnung gibt es ein staatliches Bio-Siegel. Das 2001 ins Leben gerufene markante weiße Hexagon (Sechseck) mit grünem Rand und Bio-Schriftzug wurde 2012 vom EU-Bio-Siegel abgelöst. Das neue Bio-Siegel kommt als geschwungenes, aus 12 Sternen bestehendes Blatt daher, welches auf grünem Grund prangt. An den Richtlinien selbst ändert sich trotz des neuen Logos nichts. Bei Produkten, die das Siegel tragen, stammen 70-95 Prozent der Zutaten aus Bio-Herstellung. Bei 95%-igem Bio-Anteil darf das Siegel ohne weitere Erklärungen geführt werden. Bei 70-95%-igem Bio-Anteil müssen alle weiteren Bestandteile auf dem Produkt deklariert werden. Bio-Erzeuger verpflichten sich unter anderem dazu, weder chemische Pflanzenschutzmittel noch Mineraldünger zu verwenden. Weiterhin verzichten sie auf Gentechnik - allerdings kann hier eine Sondergenehmigung beantragt werden, die den Einsatz gentechnisch veränderter Stoffe erlaubt.

Noch mehr Bio - die Siegel der Anbauverbände

Umweltschutz ist erstaunlicherweise nicht Bestandteil der staatlichen Vorgaben. Wer hierauf Wert legt, sollte dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) zufolge besser auf die Bio-Siegel der ökologischen Agrarverbände setzen. Hiervon gibt es in Deutschland einige wie Bioland, demeter, Naturland, Biokreis usw. Die Richtlinien der ökologischen Agrarverbände sind noch strenger. Ausnahmslos alle Zutaten müssen ökologisch erzeugt werden, Gentechnik ist nicht erlaubt. Die Tierhaltung muss artgerecht erfolgen und so ist beispielsweise bei den Agrarverbänden die Käfighaltung von Geflügel tabu. Zudem kommen konventionelle, von der EU erlaubte, Futtermittel - wenn überhaupt - nur eingeschränkt zum Einsatz. Eine Liste aller Anbauverbände ist beim BUND einzusehen.

Verantwortungsbewusster Kauf erstreckt sich jedoch nicht nur auf den Griff zum mit dem passenden Bio-Siegel etikettierten Produkt. Es gibt noch mehr, worauf verantwortungsbewusste Verbraucher achten können.

Regionale Produkte vorziehen

Es kann nicht oft genug darauf hingewiesen werden, dass Bio-Produkte aus fernen Ländern eigentlich nur zähneknirschend vertretbar sind. Es geht nicht nur um den Energie raubenden Import, sondern auch um die Anbaubedingungen. Das knackige Gemüse aus südlichen Gefilden, welches wir uns hier schmecken lassen, kostet beim Anbau viel Wasser und steht in Verbindung mit dem sinkenden Grundwasserspiegel in den verschiedenen südlichen Ländern. Deutlich besser ist es, auf Obst und Gemüse aus regionalem Anbau zurückzugreifen.

Achtung Palmöl - auf die Inhaltsstoffe achten

Beliebter Bestandteil vieler Produkte ist Palmöl. Das mag zwar für den Produzenten günstiger sein, für die Gewinnung des Öls werden jedoch ganze Regenwälder gerodet und zwar unwiederbringlich. Und das nur, um hinterher Seifen oder Fertigsuppen zu produzieren. Wirklich Bio ist es, auf Palmöl zu verzichten, insofern möglich.

Last but not least

Einkauf erledigt? Dann gibt es beim Gang aus dem Supermarkt noch einen letzten Punkt zu beachten. Die erstandenen Waren gehören selbstverständlich nicht in eine Plastiktüte. Nicht mal dann, wenn sie aus Maisstärke besteht, denn die Züchtung dieses Rohstoffes zieht Monokulturen nach sich. Besser: Auf den guten alten Einkaufsbeutel setzen. Und dann mit gutem Gewissen das frisch zubereitete Essen genießen.

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