Zivilcourage zeigen - Tipps zur Zivilcourage

So kann jeder zum Helden werden

Ein Passant wird in der Einkaufspassage überfallen und etliche Menschen stehen tatenlos herum und schauen hilflos zu? Oder ein alter Mann bricht zusammen und alle gehen weiter? Wer eine solche Situation persönlich nicht kennt, der kennt solche Fälle mit Sicherheit aus Funk und Fernsehen. Zivilcourage zu zeigen und notleidenden Menschen zu helfen ist gar nicht so schwer, wenn man ein paar einfache Dinge beachtet.

Tipps zur Zivilcourage

Was hält die meisten davon ab einzugreifen und zu helfen? Ist es Angst, Gleichgültigkeit? Die Gründe, warum die meisten Menschen zu wenig Zivilcourage zeigen, sind relativ einfach. Unwissenheit, mangelnde Erfahrung und Bedenken, etwas falsch zu machen, hindern viele daran, Opfern von Unfällen oder Gewalttaten zu helfen. Zudem scheint die Hilfsbereitschaft mit zunehmenden Menschenansammlungen abzunehmen. Keiner fühlt sich verantwortlich und jeder denkt, dass andere schon helfen werden. Letztlich wird dem Opfer aber dann gar nicht mehr geholfen und der klassische Fall - viele Menschen, keiner hilft - tritt ein. Wer nicht hilft, macht sich unter Umständen sogar strafbar. Zeigen Sie daher in Notsituationen Zivilcourage und helfen anderen, die auf Hilfe angewiesen sind. Sie brauchen dazu keine spezielle Ausbildung oder besondere Fähigkeiten, mit ein paar ganz einfachen Maßnahmen kann jeder etwas tun und Zivilcourage zeigen.

Auf sich aufmerksam machen – laut werden

Wer sieht, dass jemand bedroht wird, der sollte lautstark auf sich aufmerksam machen. Das Opfer ansprechen ist oft der beste Weg. Ein „Sie da, in dem roten T-Shirt, kommen Sie doch bitte zu uns herüber.“ kann oft schon helfen eine bedrohliche Situation zu entschärfen. Oder auch ein „Hören Sie sofort auf die junge Frau zu belästigen!“ wirkt wahre Wunder. Wer selbst bedroht wird, sollte dies sofort seiner Umwelt mitteilen. Machen Sie andere auf sich aufmerksam! Schüchternheit ist in solchen Situationen, auch als Opfer, vollkommen fehl am Platz. Sorgen Sie dafür, dass Sie gesehen und gehört werden! Reden Sie laut und selbstbewusst, brüllen Sie, falls erforderlich und sprechen Sie direkt einen bestimmten Menschen an.

Andere Menschen mit einbeziehen - Kommunikation

Ein häufiges Problem ist die mangelnde Kommunikation und Klarheit zwischen den helfenden Personen. Wichtig ist, dass einer in der Notsituation die Führung übernimmt. Verteilen Sie die Aufgaben. Sagen Sie beispielsweise: „Rufen Sie den Krankenwagen, ich kümmere mich um den Verletzten.“

Erste Hilfe leisten

Das Leisten von erster Hilfe, bis der Krankenwagen eintrifft, hat schon vielen das Leben gerettet. Hierzu ist es extrem hilfreich, wenn man einen Erste-Hilfe-Kurs besucht bzw. den Erste-Hilfe-Kurs des Führerscheins erneut auffrischt. Das verleiht nicht nur mehr medizinische Notfall-Kompetenz, sondern auch mehr Sicherheit, in schwierigen Situationen das Richtige zu tun. Wer Angst hat und nicht weiß, wie er einem Verletzen helfen kann, der sollte wenigsten den Krankenwagen rufen und sich nicht darauf verlassen, dass evtl. schon jemand den Notruf gewählt hat.

Zivilcourage bedeutet auch: Hilfe rufen - Polizei informieren

Kaum einer wird auf die Idee kommen, bei einer Schießerei oder Messerstecherei einzuschreiten, um den Streit zu schlichten. Man ist auch nicht dazu verpflichtet, wenn Gefahr für einen selbst besteht. Die Polizei rufen, kann allerdings jeder. Also zunächst in Sicherheit bringen, die Polizei kontaktieren, die Situation beschreiben und nachher zur Zeugenvernehmung zur Verfügung stehen. Für die anschließende Zeugenvernehmung ist es wichtig, dass man die Situation und die Täter genau beschreiben kann. Die Polizei benötigt meist Hinweise zu Kleidung, Geschlecht, Alter, Körpergröße, Merkmale im Gesicht wie Bart, Körperstatur, Dialekt der Täter und zum Tathergang.

Tipps für Opfer

Wer selbst Opfer einer Straftat wird und dringend Hilfe von anderen Passanten benötigt, der sollte sein Hilfegesuch immer an eine bestimmte Person richten. Sprechen Sie lieber einen anderen direkt und unmissverständlich an, bevor Sie generell nach Hilfe rufen. In einer konkreten Situation könnte dies beispielsweise folgendermaßen aussehen: „Sie da in der roten Jacke, helfen Sie mir, ich werde ausgeraubt!“ Damit nehmen Sie die betreffende Person in die Verantwortung und es fehlt dem anderen schwerer, einfach weiter zu gehen.

Es gibt auch Untersuchungen, dass Menschen eher auf ein lautstarkes „Feuer“ reagieren als auf den klassischen „Hilfe“-Ruf. Wenn Sie sich in einer gefährlichen Situation befinden, sollten Sie daher den Eindruck erwecken, dass es brennt. Die Aufmerksamkeit der anderen nimmt deutlich zu und Ihnen wird eher geholfen.

Weitere Tipps zur Zivilcourage

„Stoppt das Vogel-Strauß-Syndrom. Zeigt Zivilcourage“ gibt weitere aufschlussreiche Tipps zum Handeln im Notfall.

Zu bestellen unter: Weisser Ring e.V., Infoservice, Postfach 261355, 55059 Mainz

In Notsituationen gar nicht zu handeln, ist nicht nur unmenschlich und egoistisch, sondern dazu auch noch strafbar. Wer Menschen in Not nicht hilft, der riskiert eine Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung. Mehr Infos unter: www.weisser-ring.de

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Mehr zum Thema: Allgemein aus der Kategorie Menschen & Gesellschaft

Kommentare:

1. Peter meint:
06.08.2010 02:45 Uhr

Sehr gute Tipps, nur leider setzen noch immer die meisten Leute diese nicht um. Ich hoffe das ändert sich.

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