Allgemeine Anwendungsgebiete von Kräutern

Einsatzgebiete von Kräutern - Wie lassen sich Heilkräuter anwenden?

Kräutertee auf einem Löffel Um das Wissen der Heilerinnen und Kräuterfrauen vergangener Zeiten ranken sich die wundersamsten Geschichten und nicht selten wurden sie der Hexerei bezichtigt. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass die Frauen keine magischen Fähigkeiten besaßen, sondern sich bezüglich der Pflanzen- und Kräuterkunde schlichtweg hervorragend auskannten. Und da naturheilkundlich orientierte und alternative Heilmethoden heute wieder auf dem Vormarsch sind, ist das Wissen der Kräuterfrauen um Wild- und Heilkräuter interessanter denn je. Warum nicht einfach einen wohltuenden Kräutertee oder einen Badezusatz selbst herstellen? Wie das gelingt und welche Anwendungsgebiete es im Zusammenhang mit frischen oder getrockneten Kräutern noch gibt, verraten wir Ihnen im Folgenden.

1. Anwendungsgebiet Kräutertee und Kräuter als Sud

Das wohl klassischste Einsatzgebiet von Kräutern ist herkömmlicher Kräutertee. Dazu werden 2 - 3 Teelöffel der favorisierten Kräuter in ein Gefäß aus Porzellan, Ton oder Glas gegeben, mit einem Viertelliter siedend heißem Wasser übergossen, für 10 - 15 Minuten ziehen gelassen und der Tee anschließend durch ein Sieb abgeseiht.

Kräuter lassen sich aber auch aufkochen und als Sud trinken. Hierfür werden die Kräuter zunächst in einem Topf kurz aufgekocht. Anschließend lässt man das Ganze für längere Zeit, z.B. 20-30 Minuten köcheln, bevor man die Kräuter mit einem Sieb herausfiltert. Aufgrund der längeren Kochzeit soll der Kräutersud eine bessere Wirkung entfalten.

2. Alkoholischer Kräuterauszug

Wirkungsvoller als Kräutertees sind alkoholische Auszüge von Kräutern, die sogenannten Tinkturen. Dazu gibt man einfach die gewählten Kräuter in eine möglichst dunkle Flasche und füllt mit hochprozentigem Alkohol (z.B. Wodka) auf. Das Verhältnis liegt optimaler Weise zwischen 1:5 und 1:10, d.h. auf einen Teil Kräuter kommen 5-10 Anteile Alkohol. Am besten wiegen Sie die Kräuter vorher, und füllen dann die 5-10-fache Menge Alkohol in die Flasche. Anschließend lassen Sie die Mischung fest verschlossen einen Monat lang stehen, bevor Sie die Kräuter mit einem sehr feinem Sieb oder einem herkömmlichen Kaffeefilter rausfiltern. Zwischendurch sollte die Flasche immer mal wieder (z.B. 1x am Tag) geschüttelt werden, um den Lösungsprozess der Kräuter zu verbessern. Den so entstanden Sud kann man dann in kleinen Portionen über einen längeren Zeitraum trinken.

3. Anwendungsgebiet Kräuterbad

Für ein entspannendes Kräuterbad verfährt man auch nicht anders als beim Teekochen. Auf ein Vollbad wird ein halber Liter starken Tees gegeben, das heißt: 4 - 6 gehäufte Teelöffel der Kräuter mit einem halben Liter siedendem Wasser zubereiten, 15 Minuten ziehen lassen, abseihen und den Teeaufguss ins Badewasser geben. Die ideale Wassertemperatur liegt dann bei 38 Grad.

4. Selbstgemachte Wickel als Einsatzgebiet von Kräutern

Die entspannende Wirkung warmer Wickel lässt sich mit den entsprechenden Kräutern noch optimieren. Die Zubereitung des Kräutersuds erfolgt wie unter Punkt 1 beim Kräutertee beschrieben. Zur Auflage der Kräuterwickel eignet sich ein sauberes Baumwollhandtuch aus festem, glattem Stoff. Das Tuch mit dem Kräutertee durchtränken, kurz abkühlen lassen und anschließend zusammengefaltet auf die zu behandelnde Körperpartie auflegen. Zum Wärmen und Fixieren der Partie noch ein trocknes Baumwolltuch umschlagen und 30 - 60 Minuten für die wohltunende Wirkung des Kräuterwickels ruhen.

5. Speisen mit Kräutern zubereiten

Die wohl einfachste Möglichkeit, Kräuter für die Gesundheit einzusetzen, ist der Verzehr als Nahrung oder Getränk. Entweder gibt man regelmäßig frische Kräuter auf seine Speisen wie Salate, Suppen oder Fleischgerichte oder man bereitet sich gesundheitsfördernde frische Pflanzensäfte zu. So kann man beispielsweise aus Löwenzahn einen grünen Smoothie oder Saft zaubern, der bei Verdauungsbeschwerden oder Problemen mit Leber und Galle als alternative Methode zum Einsatz kommt. Die Anwendungsgebiete im Bereich der Gesundheit sind mit frischen Säften genauso riesig wie mit Kräutertees oder entsprechend abgekochten Sudmischungen.

Kräuter anwenden - frisch oder getrocknet?

Egal ob als Tee, Vollbad, Kräutersud oder Wickel. Sämtliche Anwendungsgebiete der Kräuter sind weder von frischen noch von getrockneten Kräutern abhängig. Die frisch geerntete Variante ist natürlich randvoll mit Wirkstoffen. Allerdings entfalten getrocknete Kräuter beinahe ebenso geballte Kraft. Somit sind sie ideal für das Winterhalbjahr, in dem man kaum auf frische Kräuter zurückgreifen kann. Das Trocknen der Kräuter gelingt übrigens ganz leicht:

Heilkräuter: Einfach die geernteten Pflanzen auf einer Lage Papier ausbreiten und sie warm und trocken an einem halbschattigen Platz lagern. Aufbewahrt werden die gänzlich getrockneten Kräuter am besten in einer lichtgeschützten Ecke, verpackt in ein Schraubglas oder eine Papiertüte.

Küchenkräuter: Zum Würzen von Speisen einfach die Kräuter zu einem Sträußchen binden und sie kopfüber an einem luftigen, trockenen Platz aufbewahren.

Sicherheitshinweise zu Heil- und Wildkräutern

Die selbst hergestellten Kräuterarzneien können natürlich genauso über Nebenwirkungen verfügen wie die aus der Apotheke bezogenen Präparate. Unverträglichkeiten machen keinen Halt davor, ob und wie Tees oder Tinkturen gewonnen wurden. Auch die Gleichung „pflanzlich“ gleich „ungefährlich“ geht keinesfalls auf - das gilt vor allem dann, wenn der Sammler nicht kräuterkundig ist und giftige Pflanzen als harmlos einstuft. Beim Sammeln von Kräutern sollten entsprechende Bücher, mit denen sich Pflanzen eindeutig bestimmen lassen, nicht fehlen.

Genauso mag es vielleicht romantisch sein, die Kräuter in einer Vollmondnacht im Wald zu sammeln, sicherer ist es jedoch, Kräuter und Heilpflanzen aus der Gärtnerei oder dem Reformhaus zu beziehen oder sie alternativ selbst anzubauen. Schließlich lauern bei Wildkräutern noch andere Gefahren wie beispielsweise die Eier des Fuchbandwurms.

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