Salbei: Wirkung und Verwendung als Heilpflanze

Echter Salbei (Salvia officinalis) - hilft bei Schweißausbrüchen und Erkältungen

Salbeiblätter In der Volksheilkunde ertönt der Ruf nach Salbei vor allem dann, wenn ein Infekt der oberen Luftwege im Anmarsch ist oder übermäßiges Schwitzen kuriert werden soll. Besonders beim Kratzen im Hals und den damit oft verbundenen Schluckbeschwerden ist Salbei eine wirksame Heilpflanze und wird unter anderem in Lutschbonbons oder Tees zur Eigenbehandlung angeboten. Salbei kann jedoch weitaus mehr, als nur ein reines Erkältungskraut zu fungieren und das wussten schon die Heilkundigen der Antike. Welche Wirkung Salbei noch auf die Gesundheit hat und welche Anwendungsmöglichkeiten die Pflanze bietet, lesen Sie in diesem Artikel.

Mythen und Geschichten rund um den Salbei

Dem Salbei wurde in der Vergangenheit nachgesagt, dass er das Leben verlängern könne. Schon im 14.Jahrhundert fragte man sich, warum ein Mensch, in dessen Garten Salbei wächst, sterben solle. So lauten zumindest die alten Überlieferungen der Heilkundigen in Salerno. Und noch heute kennt der Volksmund den Ausspruch: „Salbei im Garten, Tod kann warten.“ Tatsächlich bedeutet „Salvia“ retten oder schützen. Salbei soll allerdings auch wahre Wunder bewirken können, wenn es um einen klaren Kopf geht, denn eine Tasse Salbeitee steigert die Konzentration.

Wirkung von Salbeitee

Für die medizinische Verwendung interessant sind die Salbeiblätter. Sie enthalten unter anderem ätherische Öle, Bitter- und Aromastoffe, Gerbstoffe, Flavonoide und verschiedene Harze, die dazu führen, dass Salbei bei einer Erkältung und dementsprechend bei Halskratzen und anderen Rachenbeschwerden sowie bei einer Bronchitis zum Einsatz kommt. Ebenso wird die antibakterielle Wirkung zur Behandlung von Zahnfleisch- und Mandelentzündungen genutzt. Allgemein werden dem Echten Salbei folgende Heilwirkungen zugeschrieben:

  • Äußerlich angewandt: antimykotisch, antiseptisch, entzündungshemmend, wundheilungsfördernd
  • Innerlich angewandt: antiseptisch, antimykotisch, beruhigend, harntreibend, hormonregulierend, krampflösend, milchmindernd, verdauungsfördernd

Anwendung der Salbeipflanze

Salbei gilt als das ultimative Hausmittel, wenn ein wunder oder kratzender Rachen zu therapieren ist. Tatsächlich wirkt ein Teeaufguss aus 1-2 TL Salbeikraut, versehen mit einem Teelöffel Honig, wahre Wunder bei den verschiedensten Erkältungskrankheiten. Wer dem Geschmack des Salbeis nichts abgewinnen kann, bereitet sich aus 2 TL Salbeikraut einen kräftigen Teeaufguss zu und nutzt ihn als Gurgellösung. Aber auch Zahnfleischentzündungen sprechen gut auf Salbeispülungen an.

Wichtig für die innerliche Anwendung: Die Gerbstoffe verleihen dem Tee nicht nur einen sehr strengen Geschmack, sondern können unter Umständen auch eine empfindliche Magenschleimhaut reizen. Es genügt daher völlig, den Teeaufguss nur 2-3 Minuten ziehen zu lassen. Wer lediglich mit dem Salbeiaufguss gurgeln möchte, kann die Ziehzeit aber ruhigen Gewissens auf 10 Minuten ausdehnen.

In der Frauenheilkunde wird Salbei ebenfalls geschätzt. Zum einen ist es die östrogenartige Wirkung von Salbei, die einen aus dem Gleichgewicht geratenen Hormonspiegel regulieren kann. Zum anderen besitzt die Pflanze die Fähigkeit, übermäßige Schweißausbrüche zu mindern, was vor allem von Frauen in den Wechseljahren geschätzt wird. Sollen Schweißausbrüche gelindert werden, kann der Tee mehrmals täglich getrunken werden, wobei eine Höchstmenge von 6 g Salbeiblätter nicht überschritten werden sollte. Zusätzliche Abhilfe und Kühlung verschaffen Waschungen mit Salbeitee, was der adstringierenden Wirkung des Krauts geschuldet ist. Nicht zu vergessen ist auch die milchverringernde Wirkung, die beim Abstillen eine wertvolle Unterstützung sein kann. Der Salbeitee wird zu diesem Zweck getrunken, unterstützend wirken außerdem in Salbeiaufguss getränkte Brustwickel.

Salbei und die Verwendung in der Küche

Wer ein gesundes Mahl zu sich nehmen möchte, kann es den Italienern gleichtun, denn sie bestreuen frisches, mit Butter bestrichenes Brot mit einigen pflückfrischen Salbeiblättchen. Das schmeckt nicht nur würzig, sondern soll angeblich auch insgesamt kräftigend auf den Körper und die Gesundheit wirken. Auch Fleischgerichte wie Schwein oder Lamm erhalten mit Salbei gewürzt eine besondere Note - Kostprobe ist beispielsweise das Saltimbocca. Ebenfalls wunderbar harmoniert Salbei mit würzigen Käsespeisen.

Salbei und die Verwendung in der Medizin und Präparaten

Echter Salbei ist Bestandteil vieler Halsbonbons und Lutschpastillen. Ebenfalls erhältlich sind Salbeitinkturen sowie ätherisches Salbeiöl. Die Anhänger der Homöopathie können auf eine Salbei-Urtinktur zurückgreifen.

Wirkung von Salbei laut TCM

Die Traditionelle Chinesische Medizin schreibt dem Echten Salbei bei der Verwendung der Blätter in der Regel die gleichen Heilwirkungen zu. Allerdings verwendet die TCM auch die Wurzeln, genauer gesagt die sogenannte Salvia miltiorrhiza radix, zu Deutsch Rotwurzelsalbei. Die Salbeiwurzel löst laut der fernöstlichen Vorstellung Blutstagnationen und fördert damit die Durchblutung der kleinen Blutgefäße. Dementsprechend wird sie in der TCM zur Behandlung der Arterienverkalkung, bei Herzklopfen oder zur Beruhigung des Geistes angewandt. Weiterhin hemmt der Rotwurzelsalbei die Blutgerinnung und damit die Bildung von Thrombosen und schützt die Leber.

Anbau und Ernte

Salbei ist eine anspruchslose Pflanze, die es sehr sonnig mag und das idealerweise in durchlässigem, recht trockenem Boden. Der intensive Duft des Strauches zieht vor allem Schmetterlinge und Bienen magisch an und erfreut die Nase, wohingegen die lilafarbenen Blüten eine Wohltat für die Augen sind. Spezielle Erntezeiten für Salbei gibt es nicht. Die Blätter des immergrünen Strauches können ganzjährig geerntet werden, allerdings ist die Heilkraft der Frühsommerblätter kurz vor der Salbeiblüte am höchsten.

Gefahrenhinweise zum Echten Salbei

Wer Salbei während der Schwangerschaft anwenden möchte, sollte aufgrund des Thujongehalts der Blätter vorher den Arzt befragen. Thujone können in größeren Dosierungen Schwindel oder Halluzinationen hervorrufen und gelten als Nervengifte. Vorsicht ist auch vor dem Verzehr allzu großer Salbeimengen geboten, die einem nicht nur buchstäblich auf den Magen schlagen können, sondern in zu großer Menge ernsthafte Beschwerden verursachen können. Eine Dosis ab 15 g der Salbeiblätter führt zu Sehstörungen, Schwindel, Herz-Kreislauf-Beschwerden und sogar epileptischen Anfällen. Wer jedoch über den Tag verteilt nur 2- 3 Tassen frisch zubereiteten Salbeitee trinkt und hierfür den einfachen Aufguss (1 Teelöffel auf eine Teetasse) wählt, muss sich keine Gedanken machen, die Höchstmenge zu überschreiten.

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