Echtes Johanniskraut - Verwendung und Wirkung

Johanniskraut (Hypericum perforatum) - das Sonnenkraut für die Seele

Johanniskraut Heute ist das Echte Johanniskraut, auch volkstümlich als Herrgottsblut bezeichnet, vor allem wegen seiner stimmungsaufhellenden Wirkung von Bedeutung. Doch schon in der Antike sorgte das leuchtend gelbe Kraut für Aufsehen. Zum einen, weil die Blüten, insofern man sie zerdrückt, blutrote Flüssigkeit austreten lassen und zum anderen wegen der vielseitigen Heilwirkung der Pflanze. Welche Wirkungsweise das Echte Johanniskraut aufweist und wie man es für seine Gesundheit anwenden kann, lesen Sie im folgenden Artikel.

Mythen und Geschichten rund um das Johanniskraut

Neben der botanischen Bezeichnung hat das Johanniskraut zahlreiche Namen wie Sonnenwurz, Hartheu, Blutgras oder Blutblume, die sich der Charakteristik der Pflanze widmen. Der Volksmund bezeichnete die Pflanze jedoch auch als Hexenkraut oder Teufelsflucht - ein Hinweis auf die dem Kraut nachgesagten magische Kräfte. So sollte der scharfe, den Blättern entströmende Geruch Hexen in die Flucht schlagen und Dämonen gleich mit. Im Mittelalter brachte man das Johanniskraut daher an Fenstern und Türen an, um unerwünschte Besucher fernzuhalten und das Heim vor Unwettern zu schützen. Wer sich doppelt absichern wollte, legte zudem einen kleinen Johanniskrautzweig unters Kopfkissen, um im Schlaf beschützt zu sein.

In der Antike und auch im Mittelalter wurde das Johanniskraut wegen seiner wundheilenden Eigenschaften geschätzt, später kam es auch zur Stärkung der Verdauungsorgane zum Einsatz. Und ab dem 16. Jahrhundert begannen Heilkundige zu erahnen, welche stimmungsaufhellende Wirkung die Pflanze besitzen könnte.

Zugeschriebene Heilwirkung von Johanniskraut

Für die medizinische Verwendung interessant sind die blühenden Pflanzentriebe. Sie enthalten unter anderem ätherische Öle, Flavonoide, Gerbstoffe, Harze sowie Hypercine und Hyperforin. Die daraus abgeleiteten Heileigenschaften lauten u.a. wie folgt:

  • Äußerlich angewandt: adstringierend, antiseptisch, blutstillend, entzündungshemmend, entspannend, schmerzlindernd, wundheilend
  • Innerlich angewandt: beruhigend, blutbildend, entspannend, entkrampfend, stimmungsaufhellend

Verwendung und Wirkungsweise

In erster Linie wird das Johanniskraut als Antidepressivum sowie als stimmungsaufhellendes und beruhigendes Mittel bei der Therapie von Ängsten und Unruhezuständen geschätzt. An der Frage, wie hoch der Wirkstoffgehalt für die antidepressive Wirkung sein muss, scheiden sich allerdings die Geister. Manch einer gibt zu bedenken, dass der Gehalt des stimmungsaufhellenden Hypericins - abhängig von der Sonneneinstrahlung - starken Schwankungen unterworfen ist und favorisiert daher die Einnahme von Tabletten. Andere setzen jedoch auf die ganzheitlich auf die Seele wirkenden Kräfte des Krauts. Und somit genügt ihnen ein einfacher Teeaufguss, zubereitet aus 2 TL der Blüten, die mit 200 ml kochendem Wasser übergossen werden. Ob und in welcher Dosierung das Johanniskraut stimmungsaufhellend wirkt, muss daher jeder für sich selbst herausfinden. Zu beachten ist, dass die rezeptpflichtigen Johanniskrautpräparate höher dosiert sind als die frei verkäuflichen.

Eindeutig wissenschaftlich nachgewiesen ist die Wirkungsweise von Johanniskraut jedoch noch nicht. Es gibt diverse Studien, die zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Man geht dennoch davon aus, dass Johanniskraut bei leichteren Depressionen hilfreich sein kann, indem es ähnlich wirkt wie die gängigen Antidepressiva. Eine eventuelle Wirkung beruht wahrscheinlich auf einer gewissen cerebralen Wiederaufnahmehemmung von Serotonin, Noradrenalin und Dopamin.

Das Johanniskrautöl eignet sich aus naturheilkundlicher Sicht hervorragend für die Hautpflege. Es wirkt wundheilend, stärkt das Gewebe und erhöht seine Elastizität. Schon die Johanniter verwendeten es damals, um verwundete Kreuzritter zu verarzten. Wer hochwertiges, kaltgepresstes Olivenöl sowie frische Johanniskrautblüten zur Hand hat, kann das Öl mit ein wenig Geduld und viel Sonne selbst herstellen. Dazu einfach das Olivenöl in ein durchsichtiges und verschließbares Glasbehältnis füllen, einen guten Schwung frischer und sauber verlesener Johanniskrautblüten hinzugeben und das Ganze an einen sonnigen Platz stellen. Zwischendurch das Kondenswasser im Deckel abwischen, um Schimmelbildung zu verhindern. Wer gemäß einer alten Rezeptur von Johann Künzle, dem bekannten Kräuterpfarrer, verfahren möchte, gibt nach 10 Tagen erneut eine Handvoll Blüten ins Öl und lässt das Gemisch weiter ziehen. Andere Quellen empfehlen, das Öl in den ersten Tagen nur mit Mull oder Gaze bedeckt anzusetzen und es erst danach zu verschließen. Das Öl nimmt nun nach und nach eine kräftig sattrote Farbe an und ist nach dem Abseihen bis zu einem Jahr haltbar, insofern es kühl und dunkel gelagert wird. Wer es einfacher mag und nicht bis zu fünf Wochen warten möchte, greift gleich auf ein fertiges Präparat zurück.

Das Echte Johanneskraut in Medikamenten

Das Johanniskraut ist vor allem in Kapseln und Tabletten zu finden, mit denen Stimmungsschwankungen und leichte bis mittelschwere Depressionen behandelt werden. Zudem sind Öle, Salben und Tinkturen erhältlich, die, auf die Haut aufgetragen, heilend und pflegend wirken. Johanniskrautöl wird gerne bei der Behandlung von vernarbter Haut eingesetzt, um die Haut zu pflegen und die Bildung von Narbengeschwülsten zu verhindern. In der Frauenheilkunde kommt Johanniskrautöl einige Zeit vor oder nach der Geburt zur Pflege des Dammbereichs zum Einsatz.

Johanniskraut - Anbau und Ernte der Pflanze

Auf durchlässigem Boden gesät, ist die winterharte Pflanze relativ anspruchslos. Sie benötigt lediglich Sonne oder Halbschatten und kann ansonsten recht gut sich selbst überlassen werden. Bei der Aussaat ist zum einen zu berücksichtigen, dass die Samen Licht zum Keinem benötigen und zum anderen, dass sich die wachsende Pflanze rasch ausbreitet und daher ein wenig Platz benötigt. Wer das Johanniskraut nur zur Zierde pflanzt, kann eigentlich jede Sorte verwenden. Ist jedoch die medizinische Verwendung geplant, dann muss es sich explizit um das „Hypericum perforatum“ also das Echte Johanneskraut handeln. Aus volksheilkundlicher Sicht ist die Zeit um das Fest des Heiligen Johannes (24.Juni) die beste Erntezeit, da das Johanniskraut dann besonders reich an Heilstoffen sein soll. Aber grundsätzlich darf das Kraut geerntet werden, sobald es in voller Blüte steht.

Gefahrenhinweise

Die Einnahme von Johanniskraut, vor allem die hoch dosierte Langzeiteinnahme, kann zu einer Photosensibilisierung führen, die sich in sonnenbrandähnlichen Hautentzündungen und Hautausschlägen zeigt. Besonders gefährdet hierfür sind sehr hellhäutige Personen. Allerdings sollte die intensive Sonnenbestrahlung bei der gleichzeitigen Einnahme von Johanniskraut grundsätzlich vermieden werden. Zudem ist für den Aufenthalt in der Sonne ein hoher Sonnenschutz angeraten. In der Schwangerschaft und während der Stillzeit ist vor der Anwendung einen Arzt zurate zu ziehen. Gleiches gilt für alle, die Medikamente einnehmen oder eine Operation planen. Denn Johanniskraut kann die Wirkung verschiedener Medikamente, hierzu gehören unter anderem die Antibabypille oder diverse Gerinnungshemmer, vermindern beziehungsweise die Gerinnung des Blutes beeinflussen.

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