Begrüßung mit Handschlag - Knigge-Regeln
So grüßt man laut Knigge andere mit einem Händedruck
Begrüßungen per Händedruck sind bereits seit der griechisch-römischen Geschichte dokumentiert und seit jeher beliebt. Während man Freunde und Bekannte jederzeit und ohne Berührungsängste mit kräftigem Händeschütteln begrüßt, ist das bei Fremden nicht immer so einfach. Ganz davon abgesehen, dass ein Händedruck vielleicht nicht jedem recht ist, ist vielen gar nicht klar, wer wen zuerst per Handschlag begrüßen darf. Wie die korrekte Begrüßung mittels Handschlag - zumindest nach Knigge - aussieht, erfahren Sie im Folgenden.
Wer begrüßt wen zuerst mit einem Handschlag?
Möchte man sich an die Knigge-Regeln halten, dann gilt bei einer Begrüßung mit Händedruck diese Reihenfolge:
- Frauen reichen zuerst den Männern die Hand
- Bei gleichem Geschlecht bietet zuerst der Ältere dem Jüngeren einen Handschlag an
- Der Chef oder Vorgesetzte reicht seinem Angestellten die Hand
- Gäste und Besucher werden von den Gastgebern mit einem Händedruck empfangen
Weitere Tipps und Regeln zum richtigen Händeschütteln
Beim Händedruck lauern jedoch noch weitere Gefahren. Die nachfolgenden Benimmregeln sollen Ihnen dabei helfen, den Handschlag bei der Begrüßung richtig auszuführen:
- Ausgewogener Händedruck: Der ideale Händedruck ist weder zu lasch noch zu fest, denn beides verleitet dazu, Rückschlüsse über die Persönlichkeit zu ziehen - wie treffend diese sind, bleibt dahingestellt.
- So besser nicht: Das Händeschütteln ist mehr eine symbolische Geste und es ist nicht empfehlenswert, den kompletten Arm seines Gegenübers durchzurütteln oder die Hand des anderen ewig festzuhalten.
- Keine Überlegenheit demonstrieren: Ebenso gehört es sich nicht, die freie Hand oben auf die beiden schüttelnden Hände zu legen. Damit erweckt man beim Gegenüber den Eindruck, dass man sich nicht auf gleicher Augenhöhe befindet, auch wenn die Geste ansonsten absolut freundlich wirkt.
- Alle oder keinen: Betritt man einen Raum oder stößt man zu einer Gruppe hinzu, ist es kein Zwang, alle mit einem Handschlag zu begrüßen. Ein allgemeines "Hallo" oder "Guten Tag" reicht völlig aus. Gibt man jedoch einem Anwesenden die Hand, dann müssen alle Beteiligten per Händedruck begrüßt werden.
- Feuchte Hände: Wer zu feuchten Händen neigt, tut gut daran, seine Hand vor dem Schütteln unauffällig zu trocknen. Mag ein nervöses Erröten noch als sympathisch durchgehen, tut es der schweißnasse Händedruck leider nicht.
- Händeschütteln mit Worten: Begrüßt man andere mit Handschlag, dann erfolgt dies keinesfalls stumm. Kennt man sein Gegenüber, dann folgt auf den Händedruck ein freundliches "Hallo" oder "Guten Tag". Gibt man hingegen Fremden die Hand, dann nennt man für gewöhnlich seinen Namen. "Guten Tag, Meier mein Name" - ist beispielsweise ein guter Start bei einer Begrüßung.
- Aufstehen oder nicht: Auch die Frage des Aufstehens führt gelegentlich zu Kopfzerbrechen. Für Männer gilt: Sie stehen beim Handschlag auf oder machen eine Andeutung, insofern der Anlass nicht allzu förmlich ist.
Handschlag verweigern
Es gibt Menschen, die Körperkontakt aus verschiedenen Gründen scheuen und für die das weit verbreitete Händeschütteln ein Graus ist. Allerdings sollten diese schon einen triftigen Grund haben, um einen Handschlag zu verweigern. Denn das widerspricht allen gängigen Benimmregeln und gilt nach wie vor als schwere Beleidigung.
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Kommentare:
1. Gabriele meint:09.08.2016 15:17 Uhr
Was ist, wenn die Frau dem Mann sozial untergeordnet ist, z.B. ihr Chef. Wer gibt dann zuerst die Hand?
2. Marc meint:23.08.2016 13:56 Uhr
@ Gabriele:
Das fällt dann unter die Kategorie: "der Chef oder Vorgesetzte reicht seinem Angestellten die Hand". Die Frau reicht nur dann zuerst die Hand, wenn sich die beiden etwa auf einer Ebene befinden oder sie dem Gegenüber höher gestellt ist.
3. Sebastian meint:23.06.2017 20:10 Uhr
Ich nenne mal eine Situation, die mich brennend interessiert:
Ein Schüler bietet einer weiblichen Lehrkraft die Hand und diese sagt: Man müsse sich ja nicht immer die Hand geben, um sich zu verabschieden. Das Händeschütteln wurde allerdings nicht beendet.
Gerade als Pädagoge sollte man doch gelassen darauf reagieren und nicht mit so einer Antwort kommen oder sehe ich da etwas falsch ? Warum wird nicht direkt ehrlich geantwortet.
4. Fred meint:27.02.2018 21:35 Uhr
Das siehst du auch meines erachtens nach völlig richtig. Etwas komische Reaktion von der Frau Lehrerin...
Vielleicht war sie einfach nur genervt oder hat dies als Versuch, sich einzuschleimen, missverstanden und wollte Abstand waren.
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