Xylitol (Xylit) und die Wirkung bei Karies und Parodontitis

Die Wirkungsweise des Zuckeraustauschstoffes Xylitol auf die Mundgesundheit

Xylitol Die gefürchteten und weit verbreiteten Krankheiten der Zähne wie Karies und Parodontose werden in der Regel beim Zahnarzt behandelt, mit entsprechenden Kosten und Folgen. Allerdings kann man selbst eine Menge tun, um Zahnfäule und Zahnverlust vorzubeugen. Neben der gründlichen Zahnpflege, einer ausgewogenen Ernährung und dem Verzicht auf Industriezucker stellt sich Xylitol als wirkungsvoller Zuckeraustauschstoff gegen Karies heraus. Doch wie wirkt Xylit und wie erfolgt die Anwendung?

Entstehung von Karies und Parodontitis

Gut 99% der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland haben mindestens einmal im Leben mit Karies an den Zähnen zu kämpfen. Bei Parodontose und der Vorstufe Parodontitis beträgt die Häufigkeit im Erwachsenenalter ungefähr 70-80%. Damit zählen Karies und Parodontose heutzutage zu den am meist verbreiteten Krankheiten des Gebisses. Als Hauptursache gelten bestimmte pathogene Keime, die entweder bereits in der Mundhöhle vorkommen oder mit denen man sich durch Küssen und anderen Kontakt infiziert. Bei beiden Infektionskrankheiten liegt das Augenmerk der Medizin vorrangig auf dem Bakterium Streptococcus mutans. Diese Bakterien sind deshalb so bedeutsam, da sie bei ihrer Verstoffwechselung schädliche Säuren bilden, die den Zahnschmelz angreifen und damit entmineralisieren. Zudem binden sie sich an den Zahn, indem sie den sogenannten Plaque (Zahnbelag bis hin zu Zahnstein) bilden, der die Entmineralisierung bei unzureichender Zahnpflege nur noch beschleunigt.

Faktor Ernährung bei Zahnerkrankungen

Allerdings benötigen die schädlichen Streptokokken - die übrigens nicht zur normalen Bakterienflora des Mundes gehören - für diesen Prozess niedermolekulare Kohlenhydrate, besonders Zucker. Neben der dem gründlichen Zähneputzen ist daher besonderes Augenmerk auf die Ernährung zu legen. Als erste Maßnahme, um Karies und Parodontose vorzubeugen, sollte man tägliche Zuckerzufuhr kontrollieren. Zudem ist auf eine vital- und mineralstoffreiche Ernährung zu achten, damit der Speichel (als natürlicher Schutz vor Kariesbakterien) den richtigen pH-Wert aufweist. Denn Speichel, der die richtige Zusammensetzung besitzt, ist in der Lage, eine Wiedereinlagerung von Mineralien wie Kalzium zu sorgen. Besonders die Vorstufe von Karies (Entkalkung bzw. Initialkaries) ist durch eine Remineralisierung der betroffenen Zähne reversibel.

Die Wirkung von Xylitol

Xylitol (auch als Xylit oder Birkenzucker bezeichnet) ist ein sogenannter natürlicher Zuckeraustauschstoff, der unter anderem in Gemüse und Früchten vorkommt. Auch die Leber bildet jeden Tag einige Gramm davon. Xylitol ist seit Anfang der 70er Jahre bekannt und wurde seit dem eingehender erforscht. Ein bemerkenswertes Ergebnis ist die Erkenntnis, dass Xylitol u.a. Karies bekämpfen kann. Laut mehreren wissenschaftlichen Studien wird dem Stoff eine antikariogene Wirkung nachgesagt und nimmt damit eine bedeutende Rolle bei der Kariesprophylaxe ein.

Die Wirkungsweise von Xylitol ist denkbar einfach. Xylit ist - genau wie Zucker - ein Kohlenhydrat, welches die Bakterien zu ihrer Verstoffwechselung heranziehen. Allerdings kann das Bakterium Streptococcus mutans Xylit nicht verstoffwechseln und stirbt bei dem Versuch ab, ohne Milchsäure bilden zu können. Auf diese Weise lässt sich der Krankheitserreger, welcher Karies und Parodontitis hauptsächlich auslöst, effektiv bekämpfen.

Xylitol hat jedoch noch eine andere wichtige Wirkung. Der Stoff verbessert nachweislich die Remineralisierung der Zähne, indem er die Bildung von Kalzium mit den Eiweißen des Speichels anregt. Auch über den Darm wir die Aufnahme und damit die Wiedereinlagerung von Kalzium in Knochen und Zähne (Zähne sind auch Knochen) verbessert.

Da bei der Parodontose die gleichen Bakterien am Werk sind wie bei der Karies, kann Xylitol auch diese Krankheit günstig beeinflussen, indem die Hauptursache von Zahnverlust besser kontrolliert wird.

Anwendungsweise von Xylitol

Grundsätzlich kann man Xylitol genauso wie Zucker verwenden. Er hat in etwa die gleiche Süßkraft und ist geschmacklich kaum vom zahnschädlichen Haushaltszucker zu unterscheiden. Auch Farbe und Konsistenz sind ähnlich, nur der Preis ist vergleichsweise hoch.

Xylitol gibt es als Pulver hauptsächlich in Apotheken oder kann im Internet bestellt werden. Das Xylit-Pulver (grob oder gemahlen) wird in der Küche u.a. zum Backen, Süßen oder Verfeinern von Speisen verwendet.

Allerdings werden die antikariogenen Effekte erst erzielt, wenn die Einnahme einer gewissen Menge erfolgt (5-10 Gramm Xylit am Tag). Wichtig ist dabei natürlich auch der Kontakt mit den Zähnen. Xylitol wird daher vorrangig in Kaugummis angeboten, die zur Reduzierung der schädlichen Bakterien besonders zu empfehlen sind. Am besten gönnt man sich nach jeder Mahlzeit Xylitol-Kaugummis, um den pH-Wert wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Auch das Xylitol-Pulver ist hervorragend zur Zahnpflege geeignet. Nehmen Sie täglich 2-3 Mal einen Teelöffel des Pulvers (pur, ohne Wasser) in den Mund und warten Sie, bis sich das Xylit verflüssigt hat. Dabei spülen Sie den Mundraum mindestens 10-20 Minuten und schlucken anschließend das mit Speichel vermischte Xylitol. Alternativ können Sie den angesammelten Speichel auch einfach ausspucken. Lassen Sie aber in jedem Fall bis zur nächsten Nahrungsaufnahme eine entsprechende Pause und spülen Sie den Mund nicht aus, um die Wirkungsweise zu steigern. Wie gut diese Behandlung Ihren Zähnen tut, erkennen Sie übrigens schon daran, wie spürbar glatt diese nach der Anwendung sind.

Neben der Mundspülung können Sie Xylitol auch zum Zähneputzen verwenden. Allerdings scheint es sinnvoller zu sein, die Zähne zunächst ganz normal zu reinigen, bevor man anschließend eine zusätzliche Mundspülung mit Xylitol macht.

Nebenwirkungen von Xylitol

Xylitol wird vom Menschen gut vertragen und kann problemlos gegen Zucker ausgetauscht werden. Neben dem kühlenden Effekt im Mundraum kann Xylit in größeren Mengen abführend wirken. Allerdings gewöhnt sich der Körper an diesen Stoff und die eventuellen Unverträglichkeiten im Verdauungstrakt verschwinden mit der Zeit.

Aber Vorsicht: Unter anderem vertragen Hunde kein Xylitol. Dieser Stoff wirkt beim Vierbeiner toxisch. Jedoch sollten Haustiere generell weder Zucker noch Zuckerersatzstoffe konsumieren.

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Mehr zum Thema: Zähne und Zahnfleisch aus der Kategorie Gesundheit

Kommentare:

1. Mike Berner meint:
28.12.2014 20:09 Uhr

Xylitol - das wirksamste, einfachste und billigste Naturprodukt für Schutz unserer Zähne.

Den obigen Beitrag können wir uns (Ehepaar, 50+) aufgrund unserer ca. 3-jährigen Erfahrung absolut bestätigen.

Unser Zahnarzt wohl auch, denn eben solange, 2x jährlich muss er sich nur auf Kontrolle der Zahnhälse beschränken. Keine Spur von Karies oder Belag! Die Zähne sind glatt, sauber, angenehm.

Wir spülen die Zähne 2x täglich mit Xylitol-Lösung und kauen gerne Kaugumi (3-10 / täglich) von Aldi.

2. Evelyn meint:
13.05.2017 15:42 Uhr

Ich kann die Wirkung von Xylitol bestätigen. Wir putzen unsere Zähne mit selbstgemachter Zahnpasta (inklusive Xylit) die die Zähne so glatt macht wie es keine normale Zahnpasta schafft.

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