Hilfestellung und Ratgeber zur beruflichen Weiterbildung

So finden Sie sich im Weiterbildungsdschungel zurecht

Wer heute fest im Berufsleben steht, weiß, dass lebenslanges Lernen gefragt ist. Die Aufgabenfelder werden immer komplexer und einmal Erlerntes ist schnell Schnee von gestern. Diesem Weiterbildungsbedürfnis, das sowohl von Arbeitnehmer, sowie auch von Arbeitgeberseite kommt, tragen um die 20.000 Bildungsanbieter Rechnung, die ca. 450.000 Weiterbildungsangebote offerieren. Genaue Zahlen gibt es nicht, da der Markt ständig in Bewegung ist. Beratung tut da dringend Not und hierfür gibt es - so das Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) - rund 600 Beratungsstellen, die Weiterbildungsinteressierten mit Rat und Tat zur Seite stehen. Wer nicht in den Genuss kommt, vom Arbeitgeber initiierte interne Weiterbildungsmaßnahmen nutzen zu können oder an firmeninternen Seminaren teilnehmen zu dürfen, kann sich im Weiterbildungsdschungel in der Tat leicht verirren. Und das kann ärgerlich werden, da ein einfaches Wochenendseminar auch mal mit einem dreistelligen Betrag zu Buche schlagen kann oder sich der Fernlehrgang über zwei Jahre hinzieht. Schön, wenn dieses Geld wirklich gut investiert ist. Worauf sollte man also achten, um die Qualifikation möglichst passgenau wählen zu können? Antworten und weitere Denkanstöße finden Sie dazu im nachfolgenden kleinen Ratgeber zum Thema Weiterbildungen und Umschulungen.

Bedarfsermittlung vor der Weiterbildungsmaßnahme

Die vage Idee, dem Wissen mal wieder auf die Sprünge zu helfen, genügt leider nicht. Ehe man sich auf die Suche nach dem geeigneten Kurs macht, gilt es, so genau wie möglich zu klären, was vermittelt, beziehungsweise welche Fertigkeiten hinterher erworben werden sollen. Geht es hierbei um Sprach- oder Computerkenntnisse, bieten viele Weiterbildungsinstitute sogar die Möglichkeit an, einen Test zu absolvieren. Anhand dessen kann dann der passgenaue Kurs ausgewählt werden. Auch sonst empfiehlt es sich, unbedingt die Beratungsangebote wahrzunehmen. Dies ist notwendig, um herauszufinden, ob die anvisierte Weiterbildung überhaupt zu den eigenen Ziele passt. Zudem sollte man wissen, ob man selbst die nötigen Voraussetzungen erfüllt, um von der Maßnahme profitieren zu können.

Preis der Umschulung oder Weiterbildung als Qualitätskriterium?

Rein vom Inhalt und der Didaktik her, unterscheiden sich die Weiterbildungsangebote von Volkshochschulen, Industrie- und Handelskammern, privaten oder gemeinnützigen Anbieter bisweilen weitaus weniger als man es vom Preis her vermuten würde. Vor allem die Volkshochschulen, die preislich unschlagbar sind, können interessant sein. Zudem haben sie das Image, eher betuliche „Hausfrauen- und Hobbykurse“ anzubieten, schon lange abgestreift und warten nun mit einem breitgefächerten Kursangebot für Freizeit und Beruf auf.

Nicht nur Qualitätssiegeln vertrauen

An die 20 verschiedene Siegel und Zertifikate gibt es, mit denen sich die Weiterbildungsanbieter schmücken können. Das weckt Vertrauen, sagt aber leider nichts darüber aus, ob und wie praxisnah der Stoff vermittelt wird oder wie praxiserfahren die Dozenten sind. Empfehlenswert ist es daher, wenn möglich, Kontakt zu ehemaligen Teilnehmern aufzunehmen und sie nach ihren Erfahrungen zu fragen. Die Mund-zu-Mund-Propaganda oder die Internetrecherche in einschlägigen Foren zum Erfahrungsaustausch kann hier eine wertvolle Entscheidungshilfe sein.

Flexibler mit Fernstudium und E-Learning

Fernstudiengänge erfreuen sich seit jeher großer Beliebtheit und immer mehr auf dem Vormarsch ist das E-Learning, so bescheinigt es das Institut für Medien- und Kompetenzforschung. Die Vorteile dieser Art der Wissensvermittlung liegen klar auf der Hand: die freie Zeiteinteilung und die örtliche Flexibilität. Zudem werden Fernkurse und E-Learning-Programme immer ausgefeilter, sodass Webinare, virtuelle Klassenräume oder unterstützende Apps eher die Regel, denn die Ausnahme sind. Vor allem auf Fremdsprachen- oder PC-Kenntnisse abzielende Weiterbildungen sind fürs E-Learning gut geeignet.

Wer die Präsenzphasen, die den Austausch mit dem Dozenten und anderen Kursteilnehmer ermöglichen, nicht missen möchte, kann nach Kursen schauen, die das so genannte „Blended Learning“ anbieten. Hier werden Präsenz- und E-Learning-Phasen gemischt. Ohne Beratung und genaue Zieldefinition geht es aber auch hierbei nicht.

Einige Fernlehrgänge bieten am Ende eine Prüfung nebst staatlichem Abschluss, andere ein institutseigenes Zertifikat und wieder andere Kurse enden mit einem einfachen Zeugnis. Wer sich beruflich völlig neu orientieren will, sollte daher eher auf einen anerkannten Abschluss achten als jemand, der sich privat weiterbilden oder innerhalb der Firma besser positionieren möchte. Darüber hinaus sollte man bei der Kurswahl natürlich auch seinen gesunden Menschenverstand walten lassen und sich fragen, wie sinnvoll ein Fernlehrgang sein kann, der sich äußerst handfesten oder handwerklichen Dingen widmet, die aber aufgrund der Gegebenheiten nur theoretisch vermittelt werden können.

Die Qualifikation des Trainers oder Dozenten

Da weder die Bezeichnung Trainer noch Coach gesetzlich geschützt sind und somit von jedem geführt werden können, empfiehlt es sich, genau zu prüfen, was den Dozenten zum Ausbilder qualifiziert. Verfügt er über das nötige Praxiswissen und weiß er, wovon er spricht? Und kann er das den Lernenden auch vermitteln? Ein seriöser Coach hat es nicht nötig, seinen Werdegang zu verschleiern und wird bereitwillig Auskunft geben.

Weitere Kriterien, die als Entscheidungshilfe dienen

Fragen, die man sich im Zusammenhang mit Weiterbildungen und Umschulungsmaßnahmen zusätzlich stellen sollte sind u.a.:

  • Wie sieht es mit der Teilnehmerzahl aus und verfügen diese Teilnehmer beruflich über einen ähnlichen Background, so dass ein gemeinsamer Kurs überhaupt sinnvoll ist?
  • Wie ist der Kurs inhaltlich aufgebaut und wie erfolgt die Wissensermittlung?
  • Wird ein Medienmix eingesetzt oder handelt es sich nur um eine Vorlesung?
  • Ist nur das Aufnehmen der Lerninhalte gefragt oder können die Lernenden das Erlernte auch selbst anwenden, beispielsweise in Rollenspielen oder Praxisbeispielen?

Ebenfalls entscheidend: Wie steht es um die Ausstattung und Gestaltung der Unterrichtsräume, vor allem dann, wenn es sich nicht nur um ein eintägiges Seminar handelt. Selbstverständlich sind auch die Kosten der Weiterbildung von Bedeutung, ebenso wie Kursdauer und Veranstaltungsort - der eventuell Reise- und Übernachtungskosten nach sich ziehen kann.

Fazit: Es gibt zahlreiche ansprechende Weiterbildungsmöglichkeiten. Wer sich im Angebotsdschungel jedoch nicht verirren möchte, sollte mit kühlem Kopf und fachkundiger Beratung auf die Suche nach der individuell stimmigen Weiterbildung beziehungsweise Umschulung gehen.

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